• 1910

Am 19. Dezember wird Jean Genet geboren.

 

  • 1911

Wenige Tage nachdem Camille Genet ihren Sohn der öffentlichen Fürsorge übergeben hat, gelangt er in die Obhut seiner zukünftigen Pflegeeltern. Eugenie und Charles Regnier, Handwerker aus der Gemeinde Alligny-en-Morvan, verpflichten sich, gegen ein kleines Monatsgehalt das Kind bis zum dreizehnten Lebensjahr aufzuziehen. >>

 

 

 

  • 1923

Genet schließt die Schule als bester Schüler der Gemeinde ab.

 

  •  1926

Wegen wiederholten Diebstahls und Landstreicherei wird er im Alter von 15 Jahren „bis zur Volljährigkeit“ in die berüchtigte landwirtschaftliche Strafkolonie Mettray eingewiesen.

 

  • 1929-1935

Genet verpflichtet sich freiwillig zum Militärdienst und wird u.a. im Libanon, in Syrien und in Marokko stationiert.

 

  • 1936

Genet desertiert und flüchtet quer durch Europa, bis er schließlich im Sommer 1937 nach Frankreich zurückkehrt.

 

  • 1937-1942

Auch nach seiner Verurteilung als Deserteur und einer mehrmonatigen Haftstrafe landet Genet immer wieder im Gefängnis. Schließlich wird er 1942 bei einem Bücherdiebstahl erwischt, der ihm weitere acht Monate Freiheitsentzug einbringt. In Haft schreibt er das Gedicht »Der zum Tode Verurteilte«, über das sich Jean Cocteau begeistert äußert, sowie seinen ersten Roman »Notre-Dame-des-Fleurs«.

 

  • 1943-1946

Genet wird 1943 in zwei unterschiedlichen Fällen zu mehrmonatigen Haftstrafen verurteilt. Beide Male geht es um Bücherdiebstahl. Mehrere Romane, Gedichte und die ersten Dramen entstehen.

 

  • 1946

Genet schreibt seinen zweiten Roman »Miracle de la rose«.

 

  • 1947

»Die Zofen« (Les Bonnes«) werden in einer Inszenierung von Louis Jouvet uraufgeführt. Im selben Jahr erscheint der Roman »Querelle de Brest«.

 

  • 1948

Genet schreibt mit »Das Totenfest« (»Pompes funèbres«) einen Nachruf auf einen erschossenen Freund.

 

  • 1949

Der Roman »Tagebuch eines Diebes« (»Journal du voleur«) und das Drama »Unter Aufsicht« (»Haute surveillance«) entstehen.

 

  • 1950

Genet dreht seinen einzigen Film »Un chant d’amour«.

 

  • 1955

Mit dem achtzehnjährigen Akrobaten Abdallah Bentaga beginnt Genet eine der wichtigsten Liebesbeziehungen seines Lebens.

 

  • 1957

»Der Balkon« (»Le balcon«) wird in einer Inszenierung von Peter Zadek in London uraufgeführt.

 

  • 1958

Genet reist durch Europa und Nordafrika. Sein Stück »Die Neger« (»Les Nègres«) erscheint im Verlag L‘Arbalète.

 

  • 1961

Das Drama »Die Wände« (»Les Paravents«) erscheint.

 

  • 1964

Abdallah nimmt sich das Leben. Genet verkündet, nicht mehr schreiben zu wollen.

 

  • 1967

Geriet unternimmt einen Suizidversuch mit Tabletten.

 

  • 1968

Genet reist durch China, Indien, Pakistan und Thailand. Er zeigt sich interessiert an den Studentenbewegungen in Paris, beteiligt sich an Demonstrationen in den USA und bereist mehrfach Nordafrika.

 

  • 1970

Nach einem ersten Kontakt mit den Black Panthers in Paris reist Genet illegal über Kanada in die USA ein, wo er sich öffentlich für die afroamerikanische Bürgerrechtsbewegung ausspricht. Ende des Jahres trifft er Yassir Arafat, für den er ein Buch über die palästinensische Revolution schreiben will.

 

  • 1974

In Tanger lernt Genet Mohammed El Katrani kennen, mit dem er seine letzten Jahre verbringen wird.

 

  • 1977

Im Rahmen eines Zeitungsartikels sympathisiert Genet mit den Ideen der Rote Armee Fraktion und wird stark dafür kritisiert.

 

  • 1978

Bei Genet wird Kehlkopfkrebs diagnostiziert.

 

  • 1982

Sechs Monate nach Rainer Werner Fassbinders Tod wird dessen filmische Bearbeitung von Genets Roman »Querelle« bei den Filmfestspielen von Venedig gezeigt.

 

  • 1986

Im April stirbt Jean Genet in einem Pariser Hotelzimmer. Sechs Tage später wird er in Marokko in der Nähe des Hauses von Mohammed El Katrani beigesetzt.

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